Ekzemer Pferde und Ponys – Alles über das Sommerekzem und Ekzemerdecken für Pferde
Wenn Sie bei Ihrem Pferd kahle oder wundgescheuerte Stellen entdecken und sehen, wie es sich verzweifelt an Bäumen und Zaunpfählen kratzt, ist der Schreck oft groß. Was ist die Ursache für diesen Juckreiz? Ist es etwa ein Sommerekzem?
Lassen Sie durch einen Tierarzt zuerst alle anderen Möglichkeiten ausschließen, wie z. B.: Ungeziefer- oder Wurmbefall, Pilzerkrankungen, ein Mangel an Mineralstoffen. Dies alles lässt sich durch eine gezielte Behandlung und Fütterung beheben. Wenn diese Möglichkeiten auszuschließen sind, könnte es ein Sommerekzem sein, welches normalerweise von April bis ca. Oktober-November auftritt. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich: Allergie, Stoffwechselstörung, Stress, Vererbung. Als Hauptursache gelten jedoch die Stiche der Kribbelmücke. Diese fliegen vor allem am späteren Nachmittag und bei schwülem Wetter, aber auch an Seen und in windstillen Gebieten. Oft zeigt schon ein eingeschränkter Weidegang und täglicher Ausritt Erfolge, denn durch ausreichend Bewegung wird Kreislauf und Stoffwechsel angekurbelt und ist somit ein Teil der Vorbeugung bzw. Behandlung.
Den besten Schutz vor diesen Mücken bieten Ekzemerdecken. Es gibt verschiedene Modelle im Fachhandel: Nur für den Körper, mit Hals- oder Kopfteil, nur Halsteil, Kopfhaube, Teilkörperdecke. Diese Decke muss das Pferd den ganzen Sommer über tragen! Zusätzlich zur Abwehr der Mücken sollten Sie einen Spray oder ein Gel auftragen. So weit wie möglich, auch den Stall “mückendicht” machen, d. h. Fliegengitter an Türen und Fenster.
Das Sommerekzem ist nicht heilbar. Sie können den Juckreiz und die Scheuerneigung mit entsprechenden Mitteln jedoch stark reduzieren. Brauchen dazu aber viel Geduld, um das richtige für Ihr Pferd zu finden, da jedes Tier anders reagiert.
Vor allem sollte kein – oder eingeschränkt – eiweißreiches Futter (Silage, frisches Gras) gegeben werden. Heu ist dagegen kein Problem. Auch gibt es im Handel Spezialfuttermittel und Kräuterzusätze für Ekzemer. Die betroffenen wunden oder gar blutigen Stellen müssen intensiv gepflegt werden, was sehr zeitaufwendig ist. Auch dazu gibt es in Pferdefachgeschäften Öle, Salben und Lotionen. Homöopathische Mittel können ebenfalls Linderung /Besserung bringen. Erst als allerletztes Mittel sollte Cortison angewandt werden!
Größten Erfolg versprechen Maßnahmen, die sowohl innerlich als auch äußerlich angewandt werden. Es ist also durchaus möglich, Ihrem Pferd ein angenehmes und weitgehend symptomfreies Leben zu ermöglichen.

